Hope Till December – Hell Is Home/Home Is Good

| 30. März 2025 | 0 Comments
Hope Till December

(c) Rene Percei Lang

Echte Emotionen sind spürbar, können widersprüchlich ausfallen, ja sogar von einem Extrem ins andere umschlagen. Exakt das transportiert die Musik von Hope Till December. Das Quartett aus der Hauptstadt versteht sich auf einen modernen, derb-melodischen Mix aus Post-Hardcore und Metalcore, mit dem sympathischen Beinamen ‚Heartcore‘ versehen. Ein Album sowie diverse Singles und Kleinformate haben die Wiener bereits im Gepäck, mit „Hell Is Home/Home Is Good“ landet nun ein alles andere als schwere Zweitling, sondern der potenzielle große Wurf.

Nur sieben Songs in unter einer halben Stunde haben es auf diese Platte geschafft. Klasse statt Masse? Tatsächlich ist dies das gar nicht mal so geheime Rezept von Hope Till December. Mit der Video-Auskopplung „Præy For Me“ wird so ziemlich alles, was die Band ausmacht, in knapp vier Minuten abgehandelt – wütende, ruppige Nackenschläge, hymnische Melodieansätze und furiose, kraftvolle, in den richtigen Momenten verzweifelte bis aufgewühlte Vocals finden schnell zusammen. Die schrille, überdrehte Gitarre und die mächtige Midtempo-Heayvness lassen mitbrüllen und die Nackenwirbel bürsten – mehr braucht es nicht zum vollkommenen Glück.

Von diesem Kaliber gibt es mehrere Tracks zu hören: „Coffin Shaped Lungs“ geht giftig nach vorne, erinnert gelegentlich an die Metalcore-Ursuppe von Zao und Konsorten, nur um urplötzlich so etwas wie hoffnungsvolle Melodik Einzug halten zu lassen. Der kolossale Breakdown ist nie weit entfernt. Darf „We Are Hate“ als Mission Statement verstanden werden? Klargesang im Refrain sorgt für einen spannenden Farbtupfer, vor allem im Duett mit den galligen Screams. Und aus dem Nichts drehen Hope Till December den Track wieder auf links, schleichen auf lärmender Sohle durch das dissonante Dickicht und bekämpfen Faustschläge mit vorsichtigem Optimismus.

Tatsächlich steht Qualität hier meilenweit über Quantität. Es mag keine Übermenge an Musik sein, die Hope Till December auf ihr zweites Album gepackt haben, doch überzeugt diese von der ersten bis zur letzten Sekunde. Drückende Wucht, gepflegte Ritte auf der eierlegenden Wollmilchsau und greifbare, ehrliche Emotionen, die geschickt mit melodischen Ansätzen kollidieren, finden hier zusammen. Der Heartcore-Begriff ist gar nicht mal so weit hergeholt, denn Herzblut steckt in jedem der sieben Tracks. „Hell Is Home/Home Is Good“ bestätigt die erstaunliche Frühform der Wiener, die mit diesem mitreißenden Machwerk mehr als nur eine Talentprobe ablegen.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 04.04.2025
Erhältlich über: FFS Labelservice

Facebook: www.facebook.com/hopetilldecember

Teile diesen Artikel

Tags: , , , , ,

Category: Local Bands, Magazin, Reviews

Demonic-Nights.at - AKTUELLES